Die Klasse BIK b unternahm am 27. November 2027 einen Unterrichtsgang zur Ansbacher Synagoge, die 1732 von Leopold Retty gebaut wurde. Sie überstand die Reichspogromnacht unbeschadet, da ein Feuer die Häuser der Innenstadt sehr gefährdet hätte.
Die Klasse BIK b unternahm am 27. November 2027 einen Unterrichtsgang zur Ansbacher Synagoge, die 1732 von Leopold Retty gebaut wurde. Sie überstand die Reichspogromnacht unbeschadet, da ein Feuer die Häuser der Innenstadt sehr gefährdet hätte. Ihre Fenster sind genauso groß wie die Fenster der Gumbertuskirche. Die Synagoge ist inzwischen ein wichtiges, kulturelles Museum, das zusammen mit dem Infozentrum Dienerhaus ehrenamtlich von der Frankenbuch-Gruppe Ansbach betrieben wird.
Wir erhielten von unserem Führer, Herrn Dietzinger, wichtige Informationen über den jüdischen Glauben und das jüdische Leben. Er stellte im Laufe der Führung immer wieder Verbindungen zwischen Christentum und Islam und auch anderen Religionen her, was die Schülerinnen und Schüler sehr interessierte.
Wir erfuhren, dass in Deutschland ca. 100.000 Juden leben. Der Davidstern bedeutet, dass Gott und Mensch zusammengehören. Der 7-armige Kerzenhalter steht als Symbol dafür, dass Gott die Welt in 7 Tagen erschaffen hat. Jede Synagoge muss ein Fenster haben, das nach Osten zeigt. Am Freitagabend beginnt in jüdischen Familien der Sabbat, der Ruhetag: am Samstag wird nicht gearbeitet und es gibt z. B. Zeitschaltuhren am Herd, damit der Herd sich automatisch einschaltet.
Wie auch im Islam sind Männer und Frauen im Gotteshaus getrennt. Im jüdischen Glauben müssen die Männer in die Synagoge, die Frauen sind getrennt von den Männern, damit die Männer nicht durch die Schönheit der Frauen abgelenkt sind. Außerdem dürfen die Frauen während des Gottesdienstes gehen, um zu Hause Arbeiten verrichten zu können.
In einer Synagoge, die als Gotteshaus benutzt wird, müssen 5 Thora-Rollen untergebracht sein. Eine Thora-Rolle kostet 50.000 Euro. In den Thora-Rollen sind alle 630 Ge- und Verbote aufgeschrieben. Als Symbol zeigte Herr Dietzinger einen Granatapfel, der in der Synagoge aufbewahrt wird. Er hat wohl 630 Kerne.
Herr Dietzinger zeigte uns die Chanukkia, den achtarmigen Leuchter. Die acht Kerzen stehen für die acht Tage, in denen das Chanukka, das Lichterfest, gefeiert wird.
Wir durften die Mikwe, das Ritualbad, besichtigen. Die Räume mit dem Tonnengewölbe wurden im 19. Jahrhundert aufgelassen und im Hof entstand ein neues Bad. Interessiert betrachteten die Schülerinnen und Schüler den an der Wand angebrachten Chuppa-Stein, den Hochzeitsstein,
Geduldig beantwortete Herr Dietzinger alle Fragen der Schülerinnen und Schüler. Eine wichtige Frage war, warum die Menschen im 2. Weltkrieg verfolgt und umgebracht wurden. Herr Diezinger zeigte der Klasse Schautafeln, die über deutsche Männer mit jüdischem Glauben berichteten, die im 1. Weltkrieg für Deutschland gekämpft und den Tod im Krieg gefunden hatten. Es folgte der dringende Apell, dass kein Mensch wegen seines Glaubens verfolgt und getötet werden darf!
Zum Abschluss der Führung zeigte uns Herr Dietzinger die in Ansbach verlegten Stolpersteine. Sie erinnern an jüdische Menschen in Ansbach, die verfolgt, misshandelt, ermordet wurden. Auf der Website der Synagoge Ansbach kann man die Biografien nachlesen.
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