Im Rahmen unserer Lehrfahrt begaben wir uns auf den Weg nach Schwandorf, um dort den Landtechnikhersteller Horsch zu besuchen. Dieser Auftakt bot uns tiefe Einblicke in die moderne Agrartechnik und die Philosophie eines international agierenden Familienunternehmens. Im Konferenzraum erhielten wir einen ersten Überblick, bevor wir einen Rundgang machten.
Ein besonderes Highlight der Führung war die persönliche Anwesenheit von Michael Horsch. Er ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe zu begrüßen und direkt in den fachlichen Austausch zu treten. Die Diskussionen spannten sich dabei über essenzielle Themen wie die innovative Bodenbearbeitung und die Herausforderungen sowie Chancen der Direktsaat. Dabei wurde deutlich, dass bei Horsch der partnerschaftliche Austausch mit den Praktikern aus den Landwirtschaftsbetrieben einen zentralen Stellenwert einnimmt. Man möchte Lösungen entwickeln, die exakt auf die realen Bedürfnisse der Landwirte zugeschnitten sind. Getreu dem Leitgedanken „Wir finden einen Weg“ zeigt sich hier die hohe Motivation des Unternehmens, gemeinsam mit den Anwendern vor Ort an zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten.
Neben der fachlichen Komponente blieben besonders die motivierenden Worte von Michael Horsch in Erinnerung, die er an uns als angehende Landwirte richtete. Er bestärkte uns darin, dass wir mit der Wahl dieses Berufs einen zukunftsträchtigen Weg eingeschlagen haben. Sein Appell an uns war klar: Wir sollen neugierig bleiben, uns stetig weiterentwickeln und vor allem den Mut aufbringen, unternehmerisch zu denken und zu handeln.
Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich bei der Firma Horsch für den informativen Vormittag, das außerordentliche Engagement der Mitarbeitenden bei der Führung und Organisation sowie die großzügige Einladung zum gemeinsamen Mittagessen.
Bei unserem Besuch der Gutsverwaltung Wolfring konnten wir einen beeindruckenden Einblick in einen modernen, nachhaltig wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb gewinnen. Der Gutsbetrieb zeichnet sich durch eine ganzheitliche Strategie aus. Ein Schwerpunkt im Ackerbau liegt auf der qualifizierten Saatgutvermehrung, bei der durch gezielte Anbauverfahren und strenge Qualitätskontrollen hochwertiges Z-Saatgut erzeugt wird. Diese Spezialisierung auf Saatgut sichert nicht nur den Erfolg der eigenen Kulturen, sondern leistet einen wichtigen Beitrag zur landwirtschaftlichen Ertragssicherheit. Es werden verschiedene Getreidearten, Mais, Sonnenblumen, Lupine und Linsen angebaut.
Ein zentraler Bestandteil des Besuchs war die Besichtigung der hofeigenen Biogasanlage, die das Herzstück des energetischen Konzepts bildet. Besonders spannend ist das durchdachte Wärmekonzept: Die Abwärme der Anlage wird effizient für ein Nahwärmenetz genutzt, das neben betrieblichen Einrichtungen auch weitere Abnehmer versorgt. Die nächsten Erklärungen kamen zur Hackschnitzeltrocknung, die exemplarisch zeigt, wie regenerative Energiequellen optimal in den Betriebsablauf integriert werden. Auch im Bereich der ökologischen Dienstleistungen ist die Gutsverwaltung breit aufgestellt. Mit der Grüngutannahme und der angeschlossenen Kompostierung leistet der Betrieb einen wichtigen Beitrag zur regionalen Kreislaufwirtschaft, indem er organische Abfälle professionell verwertet und zu wertvollem Kompost verarbeitet. Dieser wird wiederum auf die Felder ausgebracht.
Als letzten Programmpunkt hatten wir die Gelegenheit, den Kürbishof Schnell zu besichtigen. Der Hof, spezialisiert auf den Anbau von Kürbiskernen und die Veredelung zu hochwertigem Kürbiskernöl in der hofeigenen Mühle, bot uns einen faszinierenden Einblick hinter die Kulissen.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Besuchs lag auf der fundierten fachlichen Führung durch den Anbau. Von der detaillierten Planung der Fruchtfolge bis hin zu den spezifischen Anforderungen an die Düngung und Pflege der Kürbiskulturen vermittelte uns die Betriebsführung ein tiefgreifendes Verständnis für die nachhaltige und professionelle Bewirtschaftung. Beeindruckend war zu sehen, wie viel Sorgfalt und Arbeit notwendig sind, um vom Feld bis zum fertigen Endprodukt höchste Qualität zu erzielen. Wir hatten die Möglichkeit, im hauseigenen Hofladen die frisch produzierten Spezialitäten direkt ab Hof zu erwerben. Im Anschluss an den informativen Teil fand die Lehrfahrt einen gelungenen Abschluss bei einem reichhaltigen Buffet.
Auch bei den beiden Betriebsleitern der Gutsverwaltung Wolfring und des Kürbishofes Schnell bedanken wir uns herzlich für die Zeit, das Engagement und die inspirierenden Worte und Persönlichkeiten.
Text: Karolina, Eff, OstRin
Bild: Waldemar, Hein, FL und Karolina, Eff, OStRin
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