Am Buß- und Bettag standen für die Auszubildenden in der Abteilung Tierpflege Lehrfahrten in verschiedene Betriebe an. Um 7:30 Uhr starteten zwei Busse in Richtung Nürnberg.
Der erste Bus fuhr zum Tiergarten Nürnberg, wo wir vor Ort sehr freundlich von der Inspektorin Katharina Rippl begrüßt wurden, die uns zunächst einige interessante Fakten zur Geschichte des Tiergartens erzählte.
Anschließend nahm sich Frau Rippl Zeit für eine ausführliche Führung. Als Erstes besuchten wir die Sphinx-Paviane. Dort gab sie uns einen genaueren Einblick in den jüngsten Vorfall rund um die Tötung einzelner Tiere. Bereits seit Jahren war dem Tiergarten bewusst, dass die Pavian-Gruppe verkleinert werden musste, da das Gehege für die bisherige Gruppengröße zu klein war. Da nur sehr wenige Zoos Sphinx-Paviane halten, ist eine Abgabe jedoch äußerst schwierig. Somit blieb Nürnberg letztlich keine andere Wahl, als überzählige Tiere zu töten. Dabei wurden alle Tiere einzeln beurteilt, um verantwortungsvoll zu entscheiden, welche bleiben konnten und welche nicht.
Danach besuchten wir das Manati-Haus und erhielten lehrreiche Informationen über die Seekühe. Besonders süß war das Jungtier der Weißgesichtssakis, das von seiner Mutter auf dem Rücken getragen wurde.
Ein besonderes Highlight für uns alle war der Besuch im Nashornhaus, wo wir das weibliche Nashorn Sophie füttern durften und sogar die Pustelschweine streicheln konnten. Diese kamen sofort neugierig auf uns zu und genossen die Streicheleinheiten sichtlich.
Nach den Führungen hatten wir noch etwa drei Stunden Zeit, den Tiergarten auf eigene Faust zu erkunden. Besonders beeindruckend waren die vielen Jungtiere im Park, unter anderem bei den Weißgesichtssakis, den Zebras und den Pustelschweinen.
Sehr spannend war auch zu erfahren, dass der Tiergarten Nürnberg an zahlreichen Auswilderungsprojekten beteiligt ist – zum Beispiel bei Steinböcken, Uralkäuzen, Bartgeiern und Przewalski-Pferden.
Nach dem Ausladen der Auszubildenden der Fachrichtung Zoo ging es für den ersten Bus weiter zur Tierklinik Nürnberg.
An der Tierklinik angekommen, erhielten wir nach einer kurzen Einführung durch Herrn Dr. Gerhard Pfeifer eine Führung durch die tierärztliche Klinik Nürnberg, in der ca. 140 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Beim Rundgang bekamen wir Einblicke in einen der 13 Untersuchungsräume, den OP-Bereich, das Labor, die Bildgebung (2 Röntgengeräte, CT und MRT) und die insgesamt 5 Stationen (Hundestation, Katzenstation, tierartgetrennte Quarantänebereiche und die Chemotherapiestation). Besonders beeindruckend war der Apothekenroboter, die moderne Technik (KI, die eingehende Anrufe unterstützt) sowie die Chemo- und Physiotherapieabteilung.
Zum Abschluss gab es eine kleine Brotzeit, bei der noch offene Fragen geklärt werden konnten.
Nach der Führung hatten wir in der Nürnberger Innenstadt noch etwas Zeit, bevor es gegen 15:00 Uhr wieder gen Triesdorf ging.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Dr. Gerhard Pfeifer für die äußerst informative Führung.
Der zweite Bus fuhr ins Tierheim Nürnberg.
Wir erreichten gegen 9:00 /Uhr das im Nürnberger Reichswald gelegene Gelände und wurden von Frau Tanja Schnabel empfangen, die uns als Tierheimleitung herzlich willkommen hieß und uns als erstes einen kleinen Einblick in die einzelnen Bereiche des Tierheims gewährte.
Nach dieser Einleitung mit anschließender Fragerunde starteten wir unsere Führung durch das Hsus in der Krankenstation. Dort erhielten wir viele Informationen in die Abläufe und Krankengeschichten verschiedener Tiere sowie die Unterbringung der Tiere. Frau Schnabel gewährte uns Einblicke in die neu gebauten Hundetrakte, wobei sie uns unter anderem über die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt und über die Haltungsbedingungen von Listenhunden in Bayern aufklärte.
Beim Besuch des Kleintierhauses konnten wir ein besonderes Augenmerk auf die Wildtierstation richten. Eine kleine Attraktion stellen hier die vom Veterinäramt beschlagnahmte Kongo-Graupapageidame Thalsassa sowie die beiden Rosakakadus Nimul und Merlin dar.
Last but not least besuchten wir das Welpenhaus und konnten die Katzen- und Hundewelpen beobachten. In diesem Zuge erzählte uns Frau Schnabel nicht nur von einigen Tier-Schicksalen, sondern stellte uns in diesem Zusammenhang den „Arche-Noah-Saal“ vor, eine Veranstaltungslocation, die für Hochzeiten o. ä. gemietet werden kann und dem Tierheim damit zusätzliche Einnahmemöglichkeiten bietet.
Der zweite Teil der Führung wurde von der Tierärztin Frau Juliane Arndt geleitet, die uns umfangreiche Einblicke in ihre tägliche Arbeit gewährte. Neben diesen Informationen ging sie auf einige prüfungsrelevante Themen ein und erläuterte diese an praktischen Beispielen.
Im Anschluss an den Tierheimbesuch fuhren wir in die Nürnberger Innenstadt und hatten dort die Möglichkeit, uns etwas umzusehen, etwas zu essen und Zeit zu verbringen bevor es gegen 15:00 Uhr wieder zurück nach Triesdorf ging.
Vielen Dank an unsere Lehrkräfte für die Organisation und das Ermöglichen dieses schönen, spannenden und äußerst aufschlussreichen Tages.
Texte: Maeva Labrousse (T 12 c), Amelie Teibl und Luisa Vogt (T12a), Sarah Jobst (T 12 b)
Bilder: Maeva Labrousse (T 12 c), Amelie Teibl und Luisa Vogt (T12a), Wolfgang Scholz (FOL)
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