Am 12.06.2026 unternahmen wir im Rahmen unserer Ausbildung zum Tierwirt der Fachrichtung Geflügelhaltung eine Exkursion zur Brüterei A.C. Weiss GmbH & Co. KG in Kirchberg an der Iller sowie zum Haibles Hühnerhof in Heuchstetten bei Heidenheim. Ziel der Exkursion war es, unser fachliches Wissen über verschiedene Bereiche der Geflügelwirtschaft zu erweitern und praktische Einblicke in die Produktionskette – von der Brut über die Legehennenhaltung bis hin zur Verarbeitung und Vermarktung von Eiern – zu gewinnen.
Von der Bruteianlieferung bis zum Kükenschlupf
Zu Beginn besuchten wir die Brüterei A. C. Weiss GmbH & Co. KG, die auf die Brut von Hühnerküken für die Junghennenaufzucht spezialisiert ist. Die Bruteier stammen aus Elterntierherden von Vertragspartnern und werden nach ihrer Anlieferung in der Brüterei für den Brutprozess vorbereitet. Innerhalb von 21 Bruttagen entwickeln sich die Küken bis zum Schlupf.
Während der Betriebsführung konnten wir die einzelnen Arbeitsschritte von der Annahme und Lagerung der Bruteier über die Vorbrut bis hin zur Schlupfbrut nachvollziehen. Dabei wurden die Anforderungen an Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Belüftung und Hygiene erläutert und deren Bedeutung für einen erfolgreichen Brutverlauf verdeutlicht. Die relevanten Brutparameter werden in den modernen Brutanlagen kontinuierlich digital überwacht.
Ein besonderer Schwerpunkt der Führung lag auf der Geschlechtsfrüherkennung im Brutei (In-ovo-Sexing). Die Brüterei setzt hierfür das SELEGGT-Verfahren ein. Dieses ermöglicht eine Geschlechtsbestimmung bereits während der Brut und trägt dazu bei, das Töten männlicher Eintagsküken zu vermeiden.
Darüber hinaus wurden die umfangreichen Maßnahmen zur Biosicherheit vorgestellt. Strenge Hygienekonzepte, klar voneinander getrennte Arbeitsbereiche sowie regelmäßige Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen dienen dem Schutz der Küken vor Krankheitserregern und unterstützen eine hohe Kükenqualität.
Eierproduktion und Vermarktung im Praxisbetrieb
m Anschluss besuchten wir den Haibles Hühnerhof in Heuchstetten bei Heidenheim. Der Betrieb hält rund 4.000 Legehennen und hat sich auf die Direktvermarktung seiner Produkte spezialisiert.
Die Legehennen werden in einer modernen Voliere gehalten. Die Tiere können sich auf verschiedenen Ebenen bewegen und dadurch artspezifische Verhaltensweisen wie Scharren, Flattern und das Ruhen auf erhöhten Ebenen ausüben. Gleichzeitig ermöglicht das Haltungssystem eine strukturierte Betreuung und Kontrolle des Bestandes.
Zum Betrieb gehört außerdem eine eigene Packstelle, in der die Eier sortiert, kontrolliert und für den Verkauf vorbereitet werden. Dadurch erfolgen wesentliche Arbeitsschritte von der Eiererzeugung über die Sortierung bis zur Vermarktung direkt auf dem Hof.
Ein weiteres Betriebsstandbein ist die hofeigene Nudelmanufaktur. Dort werden die eigenen Eier zu verschiedenen Nudelprodukten verarbeitet. Diese Weiterverarbeitung erhöht die Wertschöpfung des Betriebes und ermöglicht es, den Kunden regionale Erzeugnisse aus eigener Herstellung anzubieten.
Die Vermarktung erfolgt überwiegend über die Direktvermarktung, insbesondere auf Wochenmärkten.
Erkenntnisse aus der Exkursion
Die Exkursion vermittelte einen umfassenden Einblick in verschiedene Bereiche der Geflügelwirtschaft. Dabei wurden sowohl die technischen Abläufe einer modernen Brüterei als auch die Anforderungen an die Legehennenhaltung, Eierverarbeitung und Direktvermarktung praxisnah dargestellt.
Die Betriebsbesichtigungen zeigten, wie eng die einzelnen Produktionsbereiche miteinander verbunden sind und welche Bedeutung Faktoren wie Hygiene, Tierwohl, Qualitätsmanagement und effiziente Betriebsorganisation entlang der gesamten Produktionskette haben. Die gewonnenen Eindrücke ergänzten die theoretischen Ausbildungsinhalte und erweiterten das Verständnis für die verschiedenen Anforderungen in der modernen Geflügelhaltung.
Bildnachweise und Bildunterschriften:
Bild 1/Bildnachweis BaySG Kitzingen: Küken wenige Tage nach dem Schlupf – Beginn der Junghennenaufzucht im landwirtschaftlichen Aufzuchtbetrieb nach der Übergabe aus der Brüterei.
Bild 2/Bildnachweis Katja Krebelder: Legehennen im Produktionsstall. Nach 17-18 Aufzuchtwochen werden die Junghennen in den Legebetrieb umgestallt und erreichen dort ihre Legereife. Diese Herde besteht aus Weiß- und Braunlegern.
Bild 3/Bildnachweis Peter Haible: Familie Haible vor dem Verkaufswagen. Die Vermarktung der Eier und hofeigenen Produkte erfolgt über die Direktvermarktung auf regionalen Wochenmärkten.
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