Antisemitismusprävention: Die Klasse BVJa besucht die Mikwe und St. Jakobskirche in Rothenburg
Im Rahmen unseres Projektes gegen Antisemitismus und für die Verständigung zwischen den Religionen fuhr die Klasse BVJa am 16. April 2026 nach Rothenburg. Die Lehrkräfte, Frau Geißler-Kraft und Frau Bühler-Saal, begleiteten die Klasse.
Frau Geißler-Kraft führte uns vom Bahnhof zur Stadtmauer. Über den Turm –und Stadtmauerweg liefen wir in Richtung Judengasse. Frau Geißler-Kraft erklärte, dass die Namen in der Stadtmauer von Leuten stammen, die Geld für den Erhalt der Stadtmauer, ein historisches Denkmal, spendeten. Sie zeigte uns von der Mauer aus verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt, z. B. die St. Jakobskirche. Auf dem Weg zu unserem Ziel fand ein Spielplatz großes Interesse bei unseren Schülerinnen und Schülern.
An der Judengasse trafen wir unseren Schulleiter, Herrn Gaffron, und Herrn Dr. Oliver Gußmann. Er ist seit 2000 Gäste-, Pilger- und Touristenpfarrer an der St. Jakobs-Kirche in Rothenburg. Außerdem ist er seit 2022 Referent für den christlich-jüdischen Dialog beim Verein Begegnung Christen und Juden Bayern. Pfarrer Dr. Gußmann zog die Schülerinnen und Schüler sofort in seinen Bann. Er erzählte ihnen, dass er evangelische Theologie in Neuendettelsau, Wien, Erlangen Bonn studiert und ein Studienjahr in Jerusalem verbracht hatte. Die Zeit in Israel und seine damaligen Erlebnisse und Erfahrungen interessierte die Schülerinnen und Schüler sehr. Eine wichtige Frage war die Sicherheit in Israel damals und heute.
Am Brunnen zeigte Pfarrer Dr. Gußmann die rituelle Händewaschung. Er füllte einen silbernen Becher mit zwei Henkeln mit dem frischen Brunnenwasser und übergoss jeweils abwechselnd dreimal die rechte und die linke Hand. Die rituelle Händewaschung wird z. B. vor einer Mahlzeit durchgeführt. Geduldig beantwortete Pfarrer Dr. Gußmann alle Fragen der Schülerinnen und Schüler und stellte viele Parallelen zwischen den verschiedenen Religionen her.
Anschließend gingen wir gemeinsam zur Judengasse 10. Das Haus zählt zum Kulturerbe Bayern und ist 600 Jahre alt. Frau Bierstedt, Mitglied im Stadtrat Rothenburg und Beisitzende im Vorstand Kultur Erbe Bayern, begrüßte uns sehr herzlich. Im Keller besichtigten wir die älteste Mikwe Deutschlands, die Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet wurde. Pfarrer Dr. Gußmann erklärte den Sinn der Mikwe, wann und wie das rituelle Bad genommen wurde. Das Tauchbecken ist aus Stein gemauert, sieben Stufen führen zum Wasser. Es ist ungefähr 2m tief, so dass ein Mensch vollständig untertauchen konnte. Gespeist wird sie vom fließenden Grundwasser.
Im Obergeschoss des Hauses befindet sich die jahrhundertealte Bohlenstube, die als Ausstellungs- und Sitzungsraum des Vereins Alt-Rothenburg genutzt wird.
Frau Bierstedt versorgte uns noch mit frischen Butterbrezen, die wir mit in die nahegelegene St. Jakobskirche nahmen.
Rothenburg liegt am Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Pfarrer Dr. Gußmann erzählte, dass die Kirche im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Er zeigte uns eine Besonderheit in den bunten Fenstern: Das Brezelfenster, bei dem mehrere gemalte Brezeln zu sehen sind. Ausnahmsweise durften wir unter dem Brezelfenster unsere Brezeln verzehren. Während der Mahlzeit erfuhren wir weitere Details über die Kirche: z. B. den 12-Boten-Altar, den Taufstein, die Orgel und vieles mehr. Die Jakobskirche ist auch hinsichtlich einer Baumaßnahme im 15. Jahrhundert interessant: Die Kirche wurde um die Heilig-Blut-Kapelle erweitert. Allerdings war die Klingengasse im Weg, so dass man kurzerhand eine Durchfahrt einplante und die Kirche über die Gasse baute.
Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals sehr herzlich bei Herrn Pfarrer Dr. Gußmann, dass er sich viel Zeit für uns genommen hat, um uns wichtige Elemente des jüdischen Glaubens zu erklären und für die interessante Führung in der St. Jakobskirche!
Bericht und Bilder: Inge Bühler-Saal, StDin a. D., Claudia Geißler-Kraft, Pädagogin
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