Staatliches Berufliches
Schulzentrum Ansbach-Triesdorf

Der regelmäßige Schüleraustausch mit dem Lycée-Agricole in St. Yrieix ist für unsere Schüler nur durch die fianzielle Unterstützung durch das Deutsch-Französische Jugendwerk und den Bezirk Mittelfranken möglich. Dafür herzlichen Dank!

Frankreich 5Sonntag, 3. April 2016
Am frühen Sonntag-Morgen wurden die ersten Schüler um 5:00 Uhr in Großhabers-dorf eingesammelt. Anschließend fuhr der Bus nach Ansbach und Triesdorf um die restlichen Schüler mitzunehmen. Gegen 6:00 Uhr machten sich 36 Schüler, 2 Lehrer, eine Begleitperson und 2 Dolmetscher auf den Weg ins ca.1.100 Kilometer entfernte St. Yrieix.  Zwei Schüler mussten wegen Krankheit leider kurzfristig absagen.

Nach einer kleinen Ruhepause nutzte Herr Lochner ab 8:00 Uhr die Zeit, das Programm vorzustellen und das Infomaterial auszugeben. Um 11:45 Uhr verbrachten wir an einer Raststätte in der Nähe von Besancon unsere Mittagspause. Nach zwei weiteren Pausen kamen wir gegen 19:30 Uhr an der Schule an. Hier wurden wir von Herrn Jean-Paul Meillaud, der den Austausch lange Jahre als verantwortliche Lehrkraft betreute, empfangen und anschließend in die Kantine zum Abendessen geführt. Nach dem Essen wurden die Zimmer im Internat der Schule zugeteilt. Um den Abend ausklingen zu lassen, legten einige Jungs noch eine Fußball-Trainingseinheit für das kommende Länderspiel am Donnerstag ein.

Montag, 4. April 2016
Nach dem Frühstück, bei dem sich einige der Schüler erst an den Gebrauch der typischen Kaffeetasse gewöhnen mussten, begrüßte uns der Schulleiter Christian Virojeux. Zuerst stellte er uns die drei Teile der Schule vor; dies sind die Berufsschule, die Weiterbildung und Erwachsenen-Bildung, sowie der landwirtschaftliche Betrieb. Die Schule besteht seit 50 Jahren und untersteht dem Landwirtschaftsministerium. An der Schule sind 85 Personen beschäftigt. Zurzeit besuchen 250 Schüler die Schule. Das Limousin ist jetzt durch die Gebietsreform mit zwei anderen Regionen zu einer Großregion zusammengeschlossen, die bis zum Meer reicht. Die Schule bildet die drei Berufe Lebensmittellaborant, Landwirt und Fachkraft Agrarservice aus. Die neue Region ist die wichtigste agrar-wirtschaftliche Region in Frankreich.
Danach machten wir einen Rundgang durch die Schule und besichtigten den Gemeinschaftsraum, die Bücherei und das Lebensmittellabor. Als nächstes bekamen wir einen Einblick in den Beruf Fachkraft Agrarservice, wobei uns die Werkstatt ge-zeigt wurde. In diesen Beruf kann in St. Yrieix auch eine zweijährige Technikerschule besucht werden.
Danach besichtigten wir den landwirtschaftlichen Betrieb. Dieser hat 80 ha LN Eigentum und 40 ha Pachtfläche; die gesamte Betriebsfläche beträgt ca. 140 ha. Bewirtschaftet wird dieser von fünf Arbeitskräften sowie Saisonarbeitern bei der Apfelernte. Die Schüler arbeiten im Rahmen des praktischen Unterrichts im Betrieb mit. Zur Lehranstalt gehören etwa 115 Mutterkühe der Rasse Limousin. Die davon erzeugten Färsen werden für ca. 4 €/kg Schlachtgewicht verkauft. Es werden auch Jungbullen gemästet und zum Preis von 4,50 €/kg Schlachtgewicht verkauft. Die Herde ist etwa von Mitte April bis November auf der Weide. 50% der Kühe werden künstlich besamt die anderen durch vier eigene Deckbullen. Für das Erstkalbealter werden 32 Monaten angestrebt, das Ziel für die Zwischenkalbezeit beträgt ein Jahr. Die Herde wird unterteilt in Gruppen von ca. 30 Muttertieren. Die Kühe kalben über den Winter in Abkalbebuchten im Stroh ab. Nach sieben Monaten wird das Kalb von der Mutter abgesetzt. Die Preis für Färsen zur Nachzucht betragen 1500 € bis 1700 €. Die französischen Schüler versorgten an diesem Vormittag die Mutterkühe vor dem Weideauftrieb mit einer  Langzeit-Mineralstoffquelle in den Pansen. Herr Liedtke durfte dies unter Anleitung der Schüler auch selbst probieren. Der Betrieb hat auch 140 Mutterschafe. Bei den Tieren handelt es sich um eine Kreuzung aus Suffolk und Charolais. Die Lämmer werden nach 6 Wochen abgesetzt; danach werden sie gemästet und mit drei bis vier Monaten werden sie geschlachtet (7 €/kg Schlachtgewicht). Die Ackerbaufläche wird mit Getreideanbau (Weizen, Gerste und Triticale) genutzt.

Während die Landwirte die Stallungen besichtigten, bekamen die milchwirtschaftlichen Laborantinnen eine Führung mit praktischen Übungen im schuleigenen Labor. Madame  Isabella hat uns die Schüler vorgestellt und uns allgemeine Informationen - zum Verlauf der Ausbildung und zum Lehrplan der 3-jährigen schulischen Ausbildung - gegeben. Bei der Übung machten wir einen Test zur Feindifferenzierung von einem Keim. Es handelte sich um Proteus vulgaris und Escherichia Coli. Anschließend zeigten uns die Schüler wie eine Blut-gruppenbestimmung durchgeführt wird. Zum Schluss unserer Laborführung wurden noch Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Ausbildung besprochen.

An der Schule werden auch 10 ha Apfelpantagen bewirtschaftet, davon zwei ha ökologisch. Auf einem Hektar stehen 2500 Bäume der Sorte Golden Delicious. Der Ernte-Ertrag beträgt ca. 45 t pro Hektar. Um ein Hektar zu errichten benötigt man 35 000 € Investitionskosten.
Zum Mittagessen gab es Lasagne und ein vorzügliches Nachtischbuffet, das französische und deutsche Schüler begeisterte.

Nach dem Mittagessen um 13.45 Uhr haben wir uns auf dem Weg zum Geflügelbetrieb gemacht, der sich am Stadtrand von St. Yrieix befindet. Der Betrieb bewirtschaftet 4 ha für die Geflügel-Produktion und 1 ha für Esskastanien. Der Rest dient als Auslauf für die Tiere. Es werden Hähnchen, Enten, Perlhühner und Wachteln gehalten. Der Betrieb beschäftigt zwei Fremd-Arbeitskräfte, die im Schlachtbereich und im Vertrieb mitarbeiten. Der Betrieb ist ausgelegt für 50.000 Tiere je Jahr. 20% der Tiere werden geschlachtet direkt vermarktet. Die restlichen 80% werden lebend verkauft. Es werden bei Hähnchen 8 Tiere/m² eingestallt, so dass das Platzangebot sehr groß ist, denn der Maximalwert liegt bei 12 Tiere/m². Die Verlustrate dieses Betriebes liegt bei 4%. Diese Rate ist sehr gering und kann somit positiv hervorgehoben werden. Die Entwurmung findet über das Trinkwasser der Küken statt. Anschließend haben wir das Schlachthaus besichtigt. Es können 250 Hühner/Stunde geschlachtet werden. Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Die Hühner werden mit Strom betäubt und anschließend durch Ausbluten getötet. Danach werden sie kurz in heißes Wasser (55°C) getaucht und dann gerupft. Der Gewinn je Hähnchen beträgt etwa 1 €. Zusätzlich verkauft er im Jahr 200 Tonnen kompostierten Geflügelmist für 45,00 €/t.
Anschließend sind wir um 17:00 Uhr von der stellvertretenden Bürgermeisterin Monique Blazier im Rathaus von St. Yrieix herzlich willkommen geheißen worden. Seit vielen Jahren kommen Schüler aus Triesdorf und das ist für sie ein besonderes Ereignis. Die Stadt war in vergangener Zeit sehr bekannt für Porzellan und Gold. Seit fast 30 Jahren besteht die Partnerschaft mit Bad Windsheim. Sie erzählt von der landwirtschaftlichen und touristischen Situation in der Gemeinde und betonte, dass sie sich über weitere Besuche freuen wird. Auch Herr Lochner hielt zum Abschluss eine kurze Rede. Er bestätigte, dass Partnerschaft durch regelmäßigen Austausch gelebt werden muss. Im heutigen Europa braucht man gute Freunde. Für ihn ist der Austausch jedes Jahr ein Höhepunkt. Es war schön, dass auch der Schulleiter, Herr Christian Virojeux und der langjährige Betreuer des Austausches, Herr Jean-Paul Meillaud zum Empfang kommen konnte. Nach einem Stehempfang mit Apfelsaft, Cola und heimischen Spezialitäten, haben wir die Rückfahrt angetreten und freuten uns auf das Abendessen.
Nach dem Abendessen konnten wir mit den französischen Schülern zusammen in den Aufenthaltsräumen Kicker und Billard spielen und den ersten zwanglosen Kontakt herstellen. Einige Schüler haben auch mit den französichen Schülern ein gemeinsames Fußball-Training absolviert.

Dienstag, 5. April 2016
Am heutigen Tag haben wir um 7.00 Uhr gefrühstückt. Danach haben wir uns am Bus getroffen um zur Weinbauschule Lyceé Chateau La Brie nach Bergerac zu fah-ren. Dort angekommen wurden wir von dem Betriebsleiter Olivier Dupont herzlich begrüßt. Er hat uns über die Geschichte der Schule informiert. Die Fläche und das Schloss wurden von der Region und den beiden Städten Bergerac und Montbazilli-ac gemeinsam gekauft um eine Schule zu errichten. Insgesamt besitzt die Schule 35ha Fläche; sie bauen Rot- und Weißwein an. Ab 1994 beschlossen sie die Vermarktung in die eigene Hand zu nehmen und sind stolz, dass sie sich inzwischen gut am Markt etabliert haben. Die Umstellung auf Bio-Weinbau wurde uns bei einem Gang durch die Rebflächen anschaulich erklärt. Nun bewirtschaften sie 11ha biologisch und 24ha auf konventionelle Art. Diese Umstellung dauerte drei Jahre. Eine Rebanlage kann 40 Jahre bewirtschaftet werden und die Reben werden maschinell geerntet. Der Ertrag pro ha darf in dieser Region maximal 50 Hektoliter Wein betragen. Danach wurde uns in den Verarbeitungshallen der Prozess der Kelterung und Gärung von Trauben bis zum Verkauf erklärt. Unter anderem erfuhren wir, dass die Ernte von Ende August bis Ende November ist. Da-bei spielt das Wetter eine wichtige Rolle für die Reife der Früchte. Die Lagerung er-folgt in Edelstahltanks und Eichenfässern; diese können maximal drei Mal befüllt werden. Der Rotwein wird zusammen mit den Schalen vergoren und dabei am Tag ein bis zwei Mal vermischt um seine Farbe zu erhalten. Nach der interessanten und informativen Führung hatten wir noch eine kleine Weinprobe im eigenen Hofladen. In dieser haben wir einen süßen Weißwein der Sorte Montbazilliac gekostet. Danach hatten wir die Möglichkeit einen der vielen verschiedenen Sorten von Weinen zu erwerben. Danach haben wir uns mit einem kleinen Gastgeschenk bedankt.
Um 12.30 Uhr sind wir in die schöne Mensa der Weinbauschule gelaufen und haben zusammen mit den französischen Schülern und Schülerinnen gegessen. Anschließend fuhren wir mit dem Bus weiter in die Stadt nach Bergerac. Dort hatten wir von  13:30 Uhr bis 16:30 Uhr Zeit die Innenstadt mit ihren vielen, schönen Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Um 16.30 Uhr haben wir die Rückfahrt zur Schule in St. Yrieix angetreten. Nach dem Abendessen spielten wir zusammen mit den französischen Schülern am Sportplatz Fußball oder Basketball oder unterhielten uns im Aufenthaltsraum bei Musik.

Mittwoch, 6. April 2016
Aufgrund eines reichhaltigen Programmes, gab es bereits um 6:45 Uhr Frühstück in der Kantine der Schule. Um 7:30 Uhr fuhren wir los in die Region von Poitou Charente, wo wir das Lyceé agricole de L’Oiselle in Angouleme besichtigten. Hier befindet sich eine Schule mit Lehrbetrieb (Weinbau, Cognac-Herstellung, Milchviehhaltung). Der Betrieb besitzt eine Fläche von insgesamt 240 ha Fläche, davon 40 ha Wald, 33 ha Weinbau, 67 ha Wiesen und Weiden und 100 ha Ackerbau (Mais, Getreide, Raps). Die Schule besteht seit 115 Jahren und ist in einem ehemaligen Schloss  untergebracht. Sehr stolz ist der Betrieb auf seine „Schatzkammer“, in der Cognac im Wert von 1 000 000,- € lagern. Zuerst besichtigten wir die Milchviehhaltung. Hier leben 50 Milchkühe, davon 44 lak-tierende Tiere aus 4 verschiedenen Rassen: Schwarzbunte, Braunvieh und Jersey und einer Kreuzung beider zuerst genannten. Der Betriebsleiter kreuzt Braunvieh und Schwarzbunte, um robusteres Vieh zu erhalten. Die abgelieferte Milchmenge beträgt 440 000 kg/Jahr. Die durchschnittliche Stallleistung beträgt 9200 Liter im Jahr bei 4,2% Fettgehalt und 3,6% Eiweiß. Die beste Kuh liefert eine Gesamtmilch-menge von 13000l (Schwarzbunt; Fett 3,7%; Eiweiß 3,0%).  Da viele Besucher den Betrieb besuchen und aus Kostengründen stehen die Kühe auf Stroh. Im Frühjahr und Sommer ist teilweise Weidegang möglich. Zur Reduzierung der Arbeitszeit wird eine Aktivitätsmessung über einen Transponder am Halsband durchgeführt. Der Einsatz von Antibiotika und Medikamenten wird möglichst gering gehalten; die Kühe werden nach Möglichkeit nur homöopathisch behandelt. Seinen Mist kompostiert der Betrieb um ihn auch auf den Weinbergen verwenden zu können.

Anschließend besichtigten wir die Cognac-Brennerei. Cognac wird aus einem sau-ren, niedrig prozentigen Weißwein hergestellt. Hierbei kommt es zunächst weniger auf die Qualität, sondern mehr auf die Masse an. Nach zwei Destillationsvorgängen wird das Destillat mit ca. 68% Alkohol in Eichenfässer abgefüllt und zum Reifen in einem kühlen Raum gelagert. Je nach Lagerdauer gibt es verschiedene Qualitätsstufen. Diese variieren zwischen 2 und 15 Jahren. Für die Produktion von 4 hl Cognac benötigt man 25-30 hl Wein. Abgerechnet wird der Cognac pro Liter Alkohol, zum Beispiel zahlt die Firma Hennessy dieser Brennerei 13,50 € pro Liter Alkohol bei einer zweijährigen Lagerung. Nachdem sich jeder noch etwas als Mitbringsel kaufen durfte, gab es in der Kantine der Schule Mittagessen.
Nach dem Essen brachen wir auf in Richtung Atlantik. Dort hatten wir zunächst 2 Stunden  Freizeit am Strand von le Grand Ville auf der Insel Île d‘Oléron. Etliche Schüler nutzten die Zeit auch für ein kurzes Bad im Atlantik. Danach besichtigten wir die Austernproduktion in dem Lyceé de la mer in Bourcefranc. Die Austernlarven werden entweder zugekauft oder im Meer eingesammelt und anschließend in Austernzuchtbecken aufgezogen. Mit einem Jahr werden sie in Netzen zurück ins Meer auf extra dafür vorgesehene Bänke gebracht, wo sie ein weiteres Jahr verbringen. Im nächsten Produktionsschritt werden sie sortiert und auf einem Förderband kurz durch ein 80°C heißes Wasserbad transportiert um andere Muscheln und Parasiten, die sich auf der Schale der Auster ansiedeln können, abzutöten. Nach dieser Prozedur wandern sie zurück ins Meer, wo sie bis kurz vor dem Verzehr verbleiben. Die Qualität wird nach dem Alter und der Größe der Muschel bestimmt, dabei werden Preise von bis zu 12,00€ je kg erzielt. Mikrobiologisch werden die Austern nicht untersucht, jedoch wird das Meerwasser regelmäßig von öffentlichen Dienststellen überprüft. Nach einer Verkostung der Austern, bei der sich fast die ganze Klasse traute, gab es in der anliegenden Schulkantine ein leckeres Abendessen. Danach machten wir uns auf die lange Heimreise und fielen erschöpft ins Bett.

Donnerstag, 7. April 2016
Nach dem gemeinsamen Frühstück fuhren wir mit dem Bus in das ca. 40 km entfernten Limoges.
Die Stadt liegt am Fluss Vienne und hat etwa 200 000 Einwohner. Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Römerzeit zurück. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gab es zwei Stadtteile, die durch eine Mauer getrennt waren. Limoges liegt am Jakobsweg und war deshalb schon früh eine wichtige Station auf diesem Pilgerweg, auf den in der Straße eingelassene goldene Muscheln hinweisen. Die Kathedrale der Stadt stammt aus dem Jahre 1301; es ist ein riesiges Bauwerk an dem man viele Jahre gebaut hat. Durch viele kleine Gässchen wanderten wir zur Markthalle. Beim Besuch dieser Halle waren wir vom vielfältigen Angebot und der sehr schönen Präsentation der Waren beeindruckt. Die Metzgergase war eine weitere Station bei unserer Besichtigung. Früher waren hier bis zu 40 Metzgereien vertreten.

Nach der Stadtführung bekamen wir noch etwas Freizeit in Limoges, bevor wir nach Lanaud fuhren. Hier können Schüler unserer Partnerschule Teile des vorgeschriebenen Praktikums ableisten. In Lanaud werden jedes Jahr die 700 besten männlichen Kälber aufgestallt und getestet. Ein sehr wichtiges Kriterium bei der Beurteilung ist – neben den körperlichen Leistungsmerkmalen wie tägliche Zu-nahme und Exterieur, dass die Tiere nicht aggressiv sind. Nach Abschluss der Leistungsprüfung werden die Tiere versteigert. Bei der Versteigerung an diesem Tag wurden 29 Tiere angeboten und davon 28 Bullen verkauft. Der Durch-schnittspreis lag bei 5400,- € und der Höchstpreis bei 14200 €. Die restlichen geprüften Tiere werden zu einem Festpreis von 2800 € verkauft. Die Prüfbullen bleiben Eigentum des Landwirts. Für die Prüfung entstehen ihm Kosten von 900 €.
Danach traten wir die Heimreise nach St. Yrieix an. Vor dem Abendessen machten wir ein Freundschaftsspiel gegen die französischen Schüler. Leider musste dies nach 20 Minuten bei einem Spielstand von 0 : 0 wegen Starkregen mit Hagel abgebrochen werden. Für den Abend haben unsere französischen Partnerschüler eine Disco-Party organisiert. Dabei zeigte es sich, dass man auch ohne Alkohol jede Menge Spaß haben kann. Die Feier ging bis etwa 23:30 Uhr.

Freitag, 8. April 2016
Nach dem Frühstück an der Schule ging es um 8:30 Uhr los zur  Apfel-Vermarktungsgenossenschaft Limdor. Die Genossenschaft setzt sich aus 50 Mitgliedern zusammen. Auf 420 ha wird zu 90% die Sorte Golden Delicious angebaut. Eine andere Sorte, besonders für den Bio-Anbau ist etwa Gala. Die Äpfel werden von den Mitgliedern gepflückt und kommen in Kisten aus Holz bzw. Plastik am Betrieb an. Dort werden sie in 32 Kühlkammern eingelagert und sobald als mög-lich sortiert.
Bei der Sortierung werden die Kisten im Wasserbad schonend entleert, dies geschieht in einer neu eingebauten Anlage die 2015 für 4  Mio. € inklusive Halle errichtet wurde. Diese neue Anlage kann  bis zu 110 Tonnen Äpfel pro Tag sortieren und reinigen. Eine der vier Kameras kann mit Hilfe von Infrarotstrahlen den Säure- und Zuckergehalt eines Apfels bestimmen. Anschließend werden die Äpfel nach dem Sortieren in die Kühlhäuser zurück gebracht (in 119 verschiedene Kategorien). Dort sind die Äpfel bis zu einem Jahr haltbar. Der Absatz erfolgt zu 75% national in Frankreich und zu 25 % über den Export in Länder wie z.B. Belgien, Spanien und Portugal. Sobald der Kunde (verschiedene Supermärkte) seine Lieferung in Auftrag gibt, werden die Äpfel aus den Kühlhäusern in die Verpackungshalle gebracht und nach Wunsch per Hand  von vielen fleißigen Frauen in die richtige Verpackung gelegt. Zum Schluss bekommt jeder Apfel einen Aufkleber, auf dem die Herkunft vermerkt ist. Nun werden die Kisten palettiert, etikettiert und gesichert. Zum Schluss haben wir uns noch im Labor angeschaut wie die Äpfel auf Bissfestigkeit, Zuckergehalt und Säuregehalt getestet werden, dafür nehmen sie mindestens 10 Äpfel aus einer Charge  und testen diese. Es werden auch regelmäßig Proben der Äpfel auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Beim Anbau sind auch Bodenproben vorgeschrieben.
Nach dieser Besichtigung fuhren wir zum Mittagessen zurück zur Schule.

Anschließend um ca. 13:00 Uhr begaben wir uns auf den Weg zum Landmaschinenhersteller DLAND. Das Familienunternehmen beschäftigt 11 Mitarbeiter und hat sich auf die Getreidelagerung spezialisiert. Im Jahr 2010 entstand die erste Maschine zum Lagern von Feuchtgetreide. Diese Maschine quetscht erst die Getreidekörner (vorwiegend Mais), dann werden sie in einen luftdichten Folienschlauch mit 1,6 m Durchmesser gepresst. Je 1 m Schlauch können so etwa 1,5 t Getreide gelagert und konserviert werden. Dieses Futter ist ein gutes Mastfutter und sehr energiereich. Mindestleistung zum Betreiben der Maschine sind 150 PS; der Anschaffungswert liegt bei 60.000 Euro. Von dieser Maschine gibt es 4 verschiedene Ausführungen die kleinste von ihnen schafft 25 Tonnen/Std die größte Maschine hat eine Stundenleistung von 60 Tonnen. Im Jahr 2014 hat die Firma mit ihrem Lohnunternehmen insgesamt 20.000 Tonnen Getreide eingelagert, das entspricht einer Schlauchlänge von 14 km.
Nun fuhren wir mit dem Bus nach St. Yirix um uns die Zeit noch etwas zu vertrei-ben, anschließend gab es Abendessen an der französischen Schule. Die franzö-sischen Schüler waren nach Schulschluss in die Frühjahrsferien nach Hause gefahren. Den Abend verbrachte unsere Gruppe in den Freizeiträumen der französischen Schule. Die Lehrkräfte besprachen sich mit den französischen Lehrkräften bei einem gemeinsamen Essen wegen der kommenden Austauschwochen. 

Samstag, 9. April 2016 / Sonntag, 10. April 2016
Der letzte Tag in Frankreich begann mit dem Räumen der Zimmer im Internat der Schule. Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten wir uns um 7:30 Uhr aus St. Yrieix, um in die Stadt der Liebe zu fahren. Die Fahrtstrecke nach Paris beträgt etwa 480 km, dauerte ca. 6 Stunden inklusive einer Pause und führte nahezu ausschließlich über die Autobahn. Die intensive landwirtschaftliche Nutzung bleibt, wechselt jedoch im Pariser Becken von Weideflächen mit Viehhaltung zu Ackerbau. Der fruchtbare Boden der Gegend wird zum Anbau von Kulturen wie Weizen, Kartoffeln oder Gemüse genutzt. Auch vermehrte Windparks zur Stromgewinnung sind in dieser Region vorzufinden. 80 km vor Paris hielten wir an einer Raststätte um die von der Schulkantine bereitgestellten Lunchpakete zu Mittag zu essen. Den Eifelturm in Paris erreichten wir um 13:30 Uhr und schossen das traditionelle Gruppenfoto.

Frankreich 15Im Anschluss begann um 14:00 Uhr unsere Stadtrundfahrt mit unserem Stadtführer Ulrich Hartenberg.
Die Stadt Paris verfügt im Innenbereich über etwa 2,5 Millionen Einwohner und kommt mit ihren Außenbezirken auf ca. 10,5 Millionen Einwohner. Die Pariser leben im Schnitt auf 53m² für ca. 1500 € Kaltmiete.
Der Grundriss der Stadt Paris ist rund und wird in der Mitte von der Seine in Nord und Süd geteilt. Der Fluss wird von 38 Brücken überspannt. Unsere Rundfahrt begann am Südufer der Seine mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Eifelturm. Der 325 Meter hohe Turm wurde einst als Tor zur Weltausstellung am Marsfeld errichtet. 
Zu Beginn fuhren wir über die schöne Alexander der Dritte Brücke, die 1906 errichtet wurde und 107m lang ist. Danach ging es auf den großen Kreisverkehr auf dem der prächtige Triumphbogen steht.  Das Grand Palais und Petit Palais beherbergen Kunstausstellungen. Traurige Berühmtheit erlangte der Place de la Concorde, früher Königsplatz, durch die Hinrichtung des letzten französischen Königspaares an der Stelle, an der heute der Obelisk aus Ägypten steht. . Ebenfalls am Place de la Concorde liegt der französische Bundestag in dem 574 Abgeordnete aus ganz Frankreich regieren. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die alte Oper, die von dem Architekten Charles Garnier geplant und von Napoleon III. in Auftrag gegeben wurde. Eine besondere Grünfläche ist der Luxemburg-Garten. Wegen seiner zahlreichen Verzierungen mit alten Statuen, Poolplätzen, einem Bienenhaus sowie Obstbäumen ist diese Parkanlage besonders im Sommer bei den Parisern und Touristen beliebt. Auf der Insel in der Seine befindet sich die berühmte Kirche Notre-Dame, die durch die Geschichte des Glöckners weltbekannt wurde. Wir beendeten unsere Fahrt am Place de la Concorde, von wo wir nach unserer Freizeit um 22:30 Uhr auch wieder Richtung Mittelfranken losfuhren. Nach einer ruhigen Fahrt kamen wir um 7:15 Uhr in Triesdorf an.

Dieser Schüleraustausch mit dem Lycée-Agricol in St. Yrieix wird vom Deutsch-Französischen-Jugenwerk und vom Bezirk Mittelfranken finanziell gefördert.

Text und Bilder: Horst Lochner, StD

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