Staatliches Berufliches
Schulzentrum Ansbach-Triesdorf

  • Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung

    Ein toller Beruf: Spannend. Vielfältig. Attraktiv. Kreativ. Modern. - Entdecke, wie gut du bist!
  • Berufsfachschule für Kinderpflege

  • Berufsfachschule für Sozialpflege

  • Berufsschule für agrarwirtschaftliche Berufe

    Natur braucht kluge Köpfe. Darum: Ausbildung in der Agrarwirtschaft.
  • Fachschule für Umweltschutztechnik und regenerative Energien

    Nachhaltigkeit. Nachwachsende Rohstoffe. Energieversorgung. Ressourcenmanagement. Umweltschutz.
  • Berufsintegrationsklassen

Herzlich willkommen am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Ansbach-Triesdorf!

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, attraktive und abwechslungsreiche Ausbildungsberufe mit integriertem Praxisanteil in modernen Schulgebäuden zu erlernen.
Am Standort Ansbach werden überwiegend Berufe aus den Fachbereichen Ernährung und Versorgung, Kinderpflege und Sozialpflege ausgebildet, während an der Außenstelle in Triesdorf der Schwerpunkt auf agrarwirtschaftlichen Berufen liegt. Darüber hinaus bieten wir Ihnen am Standort Triesdorf die Möglichkeit der Ausbildung an der Fachschule für Umweltschutztechnik.

Das Staatliche Berufliche Schulzentrum Ansbach ist wahrscheinlich das erste seiner Art in Bayern, das nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert wurde.

Begonnen hat alles mit dem Modellversuch „Quabs“, an dem unsere Schule ab 1999 teilgenommen hat. So wurden damals z. B. ein Leitbild und eine „Vision“ entwickelt, iso01allgemeine Beschreibungen der Arbeitsabläufe für die Schule festgelegt, Checklisten erstellt. Wir erkannten, dass eine sinnvolle pädagogische Arbeit besser gelingt, wenn alle Beteiligten an einem Strang gemeinsamer „Spielregeln“ ziehen. Die Euphorie der zahlreichen Mitarbeiter – im Quabs-Team waren mehr als 20 Lehrerinnen und Lehrer - wurde nur getrübt durch viel zu lange Sitzungen, die bald als ineffizient empfunden wurden. Trotzdem war 2002 ein bleibendes Ergebnis entstanden: Das erste Quabs-Handbuch,  in dem wichtige Regelungen festgehalten und Arbeitsabläufe beschrieben wurden. Leider wurden viele der guten Ideen nicht nachhaltig verfolgt und weiterentwickelt.

Um das damals begonnene Qualitätsmanagement fortzuführen, bewarben wir uns für die Aufnahme in den Modellversuch „Profil 21“.  Neugierig machte uns die Möglichkeit, Schule nach eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln und am Entwurf eines Systems zur Qualitätssicherung in beruflichen Schulen mitzuarbeiten. Wir engagierten uns in vier Arbeitsfeldern und mehrere Maßnahmen die wir entwickelten, wurden von unserem Kultusministerium für alle Schulen in Bayern freigegeben:  Freies Arbeiten mit Eigenverantwortung (FAmE) und die Kooperation von Berufsfachschulen im sozialen Bereich mit den Hauptschulen/Mittelschulen, sowie als  “good-practice-Beispiel“ Eingangstests und Fördermodule im Fachrechnen für Berufsschüler.

Wesentliches Ziel des Profil 21 Teams unserer Schule war aber auch, die vier Bausteine des QmbS-Systems an der Schule zu implementieren und sie auf der Grundlage der Erfahrungen früherer QM-Arbeit auszubauen. So erarbeiteten wir ein „SQV“, ein Schuleigenes Qualitätsverständnis, führten eine Feedback-Kultur ein und begannen, „Prozesse“ zu beschreiben und zu evaluieren. Das bestehende Quabs-Handbuch wurde erheblich erweitert, Verfahrensbeschreibungen und dazugehörige Formblätter auf den neuesten Stand gebracht. Diese zeitintensive Arbeit wurde  vom Kollegium im Rahmen von pädagogischen Tagen bzw. Wochenenden und vielen Arbeitssitzungen nach Unterrichtsschluss geleistet. Das gesamte Vorhaben wurde  durch ein QM-Team gesteuert. Die Fehler unserer früheren Versuche zur Qualitätssicherung wollten wir vermeiden. Daher wurde als QM-Team eine kleine fünfköpfige Gruppe gebildet, bestehend aus je einem Mitglied jeder Abteilung unserer Schule und der Schulleitung. Für die Arbeit wurde ein eigener Büroraum mit ordentlicher Sachausstattung zur Verfügung gestellt. Die mitarbeitenden Lehrkräfte wurden mit insgesamt 10 Anrechnungsstunden von Unterrichtsarbeit freigestellt und ein gemeinsames Zeitfenster im Stundenplan freigehalten. Dieser „Jour fix“ wurde bewusst in die Hauptunterrichtszeit an einem Vormittag gelegt um stets Kontakt mit vielen Kolleginnen und Kollegen zu ermöglichen und auch so die hohe Priorität der QM-Arbeit zu dokumentieren.

Im Schuljahr 2009-2010 wurde dann entschieden, zu versuchen, die Schule nach der Norm „DIN EN ISO 9001:2008“ zertifizieren zu lassen. Dafür gab es mehrere Gründe:

  • Für unsere dualen Ausbildungspartner ist die „ISO-Norm“ ein gesicherter Qualitätsbegriff - im Gegensatz zu „QmbS“.
  • Unsere Berufsfachschule für Hauswirtschaft hatte wegen der täglichen Mittagsversorgung eines Kindergartens  bereits HACCP als QM-System nach europäischen Richtlinien implementiert und damit wichtige Vorarbeit geleistet.
  • Wir wollten letztlich wissen, ob eine berufliche Schule Qualitätsstandards erreichen kann, die in Wirtschaftsunternehmen gelten und wir wollten herausfinden, ob die Kriterien einer Zertifizierung nach DIN EN ISO auch für die QM-Arbeit in Schulen „passen“.

Mit großer Mehrheit stimmte das Kollegium unserer Schule diesem Vorhaben zu, aber als großes Hindernis erwiesen sich die zu erwartenden Kosten in Höhe von ca. 10.000 €. Dankenswerterweise war unser Sachaufwandsträger, der Landkreis Ansbach, bereit, einen erheblichen Teil der Kosten zu übernehmen. Mit Hilfe des Fördervereins unserer Schule und aus Mitteln des Modellversuches „Profil 21“ konnte die Finanzierung aber gesichert werden.

Grundlage für die Zertifizierungsarbeit wurde ein in unserer Schule erarbeitetes Qualitätsmanagement-Handbuch. Unser Schulqualitätsverständnis (SQV) und alle qualitätsrelevanten Prozesse, deren Durchführung und Überprüfung sind in diesem  umfangreichen Werk beschrieben und festgelegt. Im Vordergrund stand dabei die „Alltagstauglichkeit“ der festgelegten Abläufe und die Eignung der Prozesse zur Erreichung unserer Ziele, wie sie im SQV beschrieben sind.Das Quabs-Handbuch, das HACCP-Konzept und die seit einigen Jahren in unserer Schule eingeführte  Feedback-Kultur wurden als  „mitgeltende Unterlagen“ dem QM-Handbuch beigefügt,

Begleitet und durchgeführt wurde die Zertifizierung von Auditoren der Zertifizierungsgesellschaft „Certqua“. Sowohl unser Berater und Vorauditor als auch unser Auditor verfügten über eine langjährige Erfahrung in der Wirtschaft und im Coaching von Bildungseinrichtungen und Bildungsträgern. Bei einem ersten „Internen Audit“ im Dezember 2010 wurden Einzelinterviews vor allem mit Funktionsträgern und von der Schule vorgeschlagenen Kolleginnen und Kollegen geführt. Durchleuchtet und hinterfragt wurden alle nur denkbaren Abläufe im  „Unternehmen Schule“. Im nächsten Schritt wurde dann geprüft, ob die schulische Praxis „normgerecht“ ist, d.h.  den Vorgaben der DIN EN ISO Norm  entspricht. Dieser Blick von außen war für uns sehr hilfreich und wir staunten immer wieder, wie treffsicher wir von unserem Vorauditor auf „Lücken“ z.B. im Bereich der Beschreibung und Dokumentation von Arbeitsabläufen, der Abgrenzung von Aufgabenbereichen oder bei der Formulierung von  Zielvorgaben hingewiesen wurden. Nach diesem lehrreichen Vorlauf hatten wir ca. 3 Monate Zeit, an den identifizierten Schwachstellen nachzubessern.

Das eigentliche Audit zur Zertifizierung fand an zwei Schultagen im Mai 2011 durch einen anderen externen Auditor der Certqua statt. Auch er hat mit seiner Sichtweise von außen weitere interessante Hinweise, Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge gegeben. Am Ende des zweiten Audit-Tages erhielten wir nach Prüfung sämtlicher Unterlagen, nach 16 Einzelinterviews und mehreren gemeinsamen Besprechungen den „Feststellungsbericht zur Abschlussbesprechung“ mit dem Urteil des Auditors: „Ich empfehle die Erteilung des Zertifikates nach der Bezugsnorm“  DIN EN ISO 9001:2008 ff.

Dieses Zertifikat bestätigt, dass das Staatliche Berufliche Schulzentrum Ansbach nachgewiesen hat, dass es für den Bereich „Dienstleistungen und Ausbildung“ ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt hat und anwendet, das den Forderungen der Norm DIN EN ISO 9001:2008 entspricht.

Die Übergabe der entsprechenden Urkunde über den erfolgreichen Abschluss der Zertifizierung erfolgte im Rahmen eines feierlichen Festaktes am 6. Juli 2011.

Urkunde ISO

Hat sich all der Aufwand für unsere Schule gelohnt?
Unsere Erfahrung:

  • Die Unterstützung und Prüfung schulintern entwickelter Verfahren zur Qualitätssicherung durch erfahrene externe Auditoren ergänzt, präzisiert und korrigiert das QM-System der Schule.
  • Die Zertifizierung durch „externe Profis“ bestätigt die schulische QM-Arbeit und verstärkt wesentlich deren Akzeptanz in der gesamten Schulfamilie.
  • Externe Zertifizierung zwingt dazu, bestehende Prozesse immer wieder zu hinterfragen und auf die Bedürfnisse der Schulfamilie anzupassen.
  • Das pädagogische und organisatorische Profil der Schule wird geschärft und die Nachhaltigkeit der Arbeit von Schulleitung, Kollegium und Verwaltung unterstützt.
  • Duale Ausbildungspartner anerkennen die QM-Arbeit der Schule.

Nachhaltige Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität schulischer Arbeit erfordert hohen Zeitaufwand! Solides Qualitätsmanagement kann auch nach einer Zertifizierung nicht „nebenbei mit zwei Anrechnungsstunden“ geleistet werden.  

Trotz des hohen Aufwandes  werden wir versuchen, an unserer Schule die systematische Arbeit im Bereich Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement weiterzuführen.

Das QM-Team des BSZ Ansbach